Sonja Kessler
Lehrerin · Begleiterin · Autorin

Mein Weg und meine Wurzeln
Ich bin Sonja Kessler. Mein Leben hat mich auf vielen Wegen zu dem geführt, was ich heute mit ganzem Herzen bin: Lehrerin, Begleiterin und Autorin.
Die Natur als erste Lehrerin
Geboren wurde ich in Frauenfeld, aufgewachsen bin ich auf einem Bauernhof im Thurbachtal. Tiere, Pflanzen, die Jahreszeiten und das einfache Leben waren von Anfang an Teil meines Alltags. Ich lernte, genau hinzuschauen, die Natur wahrzunehmen und ihr Zeit zu lassen. Diese Nähe zum Leben begleitet mich bis heute.
Mich haben das Handwerkliche und das Geistige immer gleichermassen interessiert. Ich habe mitangepackt, Brot gebacken, mich mit Selbstversorgung, Garten und Kräutern beschäftigt und mit Tieren gelebt. Auch heute nähe ich viele meiner Kleider selbst, stricke Socken und Babyfinken und stelle Bachblütenmischungen her. Für mich gehören Denken, Fühlen und Tun zusammen.
Viele Berufe, viele Erfahrungen
Als junge Frau war ich Au-pair in der Westschweiz, arbeitete im Service und später als Schriftenmalerin in zwei Betrieben. Ich schloss die Bäuerinnenschule ab und war während zehn Jahren Bäuerin. Dazu gehörten nicht nur Stall, Garten und Haushalt, sondern auch Betriebsadministration und Rechnungswesen. Jeder dieser Lebensbereiche hat mir etwas über Menschen, Verantwortung und Selbstständigkeit beigebracht.
Das Jahr 2000 brachte einen tiefgreifenden Umbruch in mein Leben. Ich verlor alles, was mir lieb und vertraut war, und damit auch meine äussere Sicherheit und Stabilität. Was mir blieb, war mein innerer Frieden. Aus dieser inneren Verbundenheit fand ich die Kraft, meinen Weg weiterzugehen und mein Berufsleben neu zu gestalten.
Mit Kindern neue Wege gehen
Als meine älteste Tochter geboren wurde, begann ein weiterer prägender Abschnitt. Ich bin Mutter von sechs Kindern und inzwischen auch Grossmutter. Unterschiedliche familiäre und kulturelle Hintergründe eröffneten mir neue Sichtweisen und lehrten mich, wie vielfältig Menschen und ihre Lebenswege sind. Früh gründete ich in unserem Dorf ein Mütterteam, damit Frauen mit ihren Kindern zusammenkommen und miteinander etwas unternehmen konnten.
Seit mehr als dreissig Jahren arbeite ich mit Kindern und Familien. Nach meiner Ausbildung zur Spielgruppenleiterin entwickelte ich bereits in den 1990er-Jahren Wald- und Bauernhofspielgruppen. Damals war das noch keineswegs selbstverständlich. Die Kinder sollten entdecken, sich bewegen und in ihrem eigenen Rhythmus lernen dürfen. Rückblickend erkenne ich darin einen Teil meiner Pionierarbeit: eigene Ideen nicht nur zu denken, sondern sie auch im Alltag umzusetzen.
Lernen, begleiten und wachsen
Was mich durch meine verschiedenen Tätigkeiten geführt hat, war immer dieselbe Frage: Was braucht ein Mensch, um sich selbst und seinen eigenen Fähigkeiten näherzukommen?
Ausbildungen mit Bodenhaftung
Ich absolvierte eine vierjährige Ausbildung zur Eltern- und Erwachsenenbildnerin mit Kursleitung und Projektarbeit. Hinzu kamen Ausbildungen zur Bachblütentherapeutin und zur Focusing-Therapeutin, Weiterbildungen in der Hospiz-, Schwerkranken- und Sterbebegleitung sowie eine Tageselternausbildung.
Neben dem fachlichen Lernen war mir die Praxis immer wichtig. Während zweieinhalb Jahren begleitete ich verschiedene Familien in ihrem Alltag. Ich habe mit Eltern, Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen gearbeitet, Kurse gestaltet und Vorträge gehalten. Jede Begegnung hat mein Verständnis dafür vertieft, wie unterschiedlich Menschen wahrnehmen, fühlen und Entscheidungen treffen.
Die eigenen Gaben ernst nehmen
Schon früh interessierte ich mich für Kräuter, Bachblüten, Ernährung, Bewegung und den achtsamen Umgang mit dem Körper. Auf dem Bauernhof sammelte ich auch Erfahrungen mit Kräutern und energetischer Arbeit bei Tieren. Diese Erlebnisse gehören zu meinem persönlichen Verständnis von Heilung, Fürsorge und der Verbindung zwischen Mensch und Natur. Ich habe meine Kinder ermutigt, ihre eigenen Begabungen zu erkennen, statt sich an fremden Vorstellungen auszurichten.
Ich habe viel gelesen, gelernt, ausprobiert und immer wieder hinterfragt, was ich erlebte. Aus dem Nachdenken über meinen eigenen Lebensweg wurde mit den Jahren ein bewusstes Reflektieren: Warum begegnen mir bestimmte Situationen? Was lösen sie in mir aus? Und was gehört wirklich zu mir?
Mein eigener Raum als Frau und Mutter
Ich nehme meine Umgebung sehr fein wahr und bezeichne mich selbst als hochsensibel. Lange Zeit spürte ich vieles, was um mich herum geschah. Erst nach und nach lernte ich zu unterscheiden, welche Gefühle und Eindrücke meine eigenen sind und welche ich bei anderen wahrnehme. Ich lernte, Grenzen zu setzen und meinen Raum als Frau und Mutter zu schützen, ohne mich von anderen Menschen abzuwenden.
Dabei setzte ich mich auch mit meiner inneren Frau und meinem inneren Mann auseinander. Für mich ging es nie darum, jemand anderes zu werden. Es ging darum, mich selbst klarer zu erkennen und mit meiner Sensibilität, meiner Lebensfreude und meinen Gaben bewusster umzugehen. Aus diesem langen Weg des Beobachtens und Reflektierens wuchs schliesslich die Resonanzschule.
Innenschau, Stille und Resonanz
Mein innerer Weg hat mich gelehrt: Nicht alles, was mir im Aussen begegnet, verlangt nach einer Reaktion. Manchmal beginnt Veränderung damit, still zu werden und nach innen zu schauen.
Die Kraft der Innenschau
Ich habe mein Leben lang mein Umfeld beobachtet: Menschen, Beziehungen, Tiere und die Natur. Dabei richtete ich den Blick immer stärker auch nach innen. In der Stille fand ich einen Raum, in dem ich Gedanken und Gefühle wahrnehmen kann, ohne sofort handeln zu müssen. Diese Innenschau hat mein Vertrauen in meine eigene Wahrnehmung wachsen lassen. Mein inneres Licht wurde für mich zu einem Bild für die Klarheit und Stärke, die sich daraus entwickelten.
Heute ist die Stille ein wesentlicher Teil meines Lebens. Sie schenkt mir die Möglichkeit, mich zurückzuziehen, in Ruhe nachzudenken und aus meinem Inneren heraus zu entscheiden. Ich glaube, dass wir Menschen wieder mehr Mut brauchen, selbstständig zu denken. Für mich ist auch das Pionierarbeit: nicht alles von aussen übernehmen, sondern die eigenen Fragen stellen und zu einer eigenen Erkenntnis finden.
Vom Spiegel des Lebens zum Schreiben
In meinen Vorträgen ging es oft um die Resonanz im Alltag: darum, sich selbst Raum zu geben, eigene Reaktionen zu verstehen und den eigenen Weg zu gehen, auch wenn das Umfeld anders reagiert. Aus meinen Erfahrungen und Gedanken entstanden schliesslich auch Bücher und Texte.
In meinem ersten Buch, «Echtes Glück im Spiegel», schrieb ich über ein Glück, das ich mir damals für mein Leben wünschte. Heute erlebe ich dieses Glück als etwas, das in meinem eigenen Leben Wirklichkeit geworden ist. Auch das Logo von Sonjas Gabenwelt ist aus diesem Weg und dem Bild des Glücks im Spiegel hervorgegangen.
Was ich heute weitergebe
Mit Sonjas Gabenwelt in Arnegg und der gemeinsam mit meinem Mann Christopher weiterentwickelten Resonanzschule habe ich einen Ort geschaffen, an dem Menschen sich selbst begegnen dürfen. In meiner Arbeit verbinde ich pädagogische Erfahrung, persönliche Begleitung, Innenschau und meine feine Wahrnehmung. Meine Gabe des Heilens verstehe ich dabei als einen persönlichen, von Liebe, Präsenz und Achtsamkeit getragenen Teil meines Wirkens.
Ich möchte Menschen nicht sagen, wie sie sein sollen. Ich möchte sie ermutigen, ihren eigenen inneren Raum, ihre Fähigkeiten und ihre Selbstverantwortung zu entdecken. Denn für mich bedeutet Entwicklung nicht, ein anderer Mensch zu werden, sondern immer klarer und freier das eigene Wesen zu leben.

